Die Schmähungen des Heinrich Weißbeck in Alsfeld

Geschrieben von Heinrich Sippel

"Der Gemeinderath Ludwig Baumgärtner bat am 14. Oktober 1841, folgendes zum Rathsprotokoll zu nehmen und zur weiteren gefälligen Verfügung an Großherzoglichen Hessischen Herrn Kreisrath einzusenden (SAS XV.7.32):

Am 2. d. M. (=dieses Monats) reiste ich in Gesellschaft des Heinrich Weißbeck, welcher mir bei seinem Hause begegnete, nach Alsfeld. In Alsfeld angekommen und mit demselben bey dem Metzgermeister Ortstadt eingekehrt begang derselbe ohne die geringste Veranlassung die schmähigsten Ausdrücke gegen die hiesigen Gemeinderäthe, nannte dieselben böse Jungen und stieß noch mehrere Schmähungen gegen dieselben aus, besonders nannte er den Gemeinderath Treßer und verwünschte diejenigen, welche Schuld daran wären, daß die Staatsstraße dahier sey gebaut worden, daß diesen die Zunge im Hals lahm würde.
Da ich nun selbst als Gemeinderath dieses höchst ungeziemende Benehmen nicht gleichgültig übersehen kann und auch der Gemeinderath über das Betragen des Weißbeck Genugthuung verlangt, so mußte ich hiervon Anzeige machen und auf Bestrafung des Genannten antragen."

Die am 1. Januar 1841 neueröffnete Staatsstraße von Lauterbach nach Schlitz und die im Weißen Roß in Schlitz errichtete großherzoglich-hessische Poststation mit Posthalterei stießen nicht überall in Schlitz auf Zustimmung, wie die Weißbeckschen Entgleisungen in Alsfeld beleuchten.