Schlitz - kein Judenwohnplatz von altersher

In meiner Schrift "Jüdisches Leben in Schlitz" (Reihe "Schlitz im Spiegel der Geschichte") schrieb ich auf S. 28:

Es ist nicht überraschend, wenn der kaiserliche Notar Johannes Keyssner im Jahre 1730 vor den Schlitzer Gerichtsschöffen auf dem Rathaus bekundete, er habe alle alten Satz- (=Steuer-) und Gerichtsprotokollbücher seit 1500 (!) gesichtet und nichts über im Schlitzer Gebiet wohnende Juden ausfindig gemacht.

Korrekt sind daher alle Feststellungen, die für das 17. und 18. Jahrhundert grundsätzlich kundtun, Juden hätten - von ganz wenigen individuellen und kurzfristigen Fällen einmal abgesehen - in der Herrschaft Schlitz kein Wohnrecht erlangt.

Falsch, zumindest irreführend, sind allerdings Behauptungen, "bis Mitte des 18. Jahrhunderts" hätte kein Jude in der Herrschaft Schlitz Wohnung nehmen dürfen, weil dadurch der Eindruck hervorgerufen wird, ab "Mitte des 18. Jahrhunderts" hätten Judenwohnrechte bestanden. Nicht korrekt ist auch die Behauptung, das Linsengässchen sei die frühere Wohnung der wenigen Schlitzer Juden gewesen, weil daraus auch wieder ein Hinweis auf ein ursprüngliches Schlitzer Judenwohnrecht abgeleitet werden könnte.

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