Von großem Hunger und kleiner Portion

Geschrieben von Heinrich Sippel

GrenzsteinIn den Schlitzer Wäldern trifft man noch gelegentlich auf Grenzsteine, die die alte Herrschaft Schlitz von ihren Nachbarn, z. B. dem Königreich Preußen (KP) oder dem Großherzogtum (GH) Hessen-Darmstadt, absetzen.

Der jeweils genaue Grenzverlauf wurde einst durch eine Kerbe (=Kimme) auf der Oberseite des Steins markiert (vgl. Foto). Stießen drei Grenzen aufeinander, nannte man den Stein "Dreimärker", bei vier Grenzen "Viermärker".

Einer der wichtigsten Schlitzer Viermärker steht an den Richthofweihern, wo das fuldische Stift, Kurhessen, das darmstädtische Hessen und die einst reichsunmittelbare schlitzische Herrschaft zusammentrafen. Die Markierungen GH und KP (Großherzogtum Hessen und Königreich Preußen) wurden im Volksmund beziehungsreich als "Großer Hunger" und "Kleine Portion" gedeutet.